Kinderpornos aus Eigenproduktion – Wie gefährlich ist YouNow?

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Wer auf YouNow streamt, muss unbedingt aufpassen, was er/sie an erzählt. Quelle: http://www.spieleratgeber-nrw.de/media/img_thumbs/8503_Younow-1_500x284.jpg

Seit 2011 gibt es die Plattform YouNow, die als Streaming Portal für Künstler gedacht war. Mittlerweile wird dort gestreamt was das Zeug hält und nicht jeder singt dabei fröhlich Lieder oder macht Musik.
Im Google Play Store hat YouNow den Titel „YouNow: Sende dein Programm“, was schon alles sagt: Jeder sendet alles. Neben alltäglichen Situationen werden auch alle anderen Seiten des Lebens gestreamt: Pornos, Gewalt, Beleidigungen, etc. etc.

3 Grundlegende Verhaltensregeln für YouNow

Um vielen Gefahren, an die fast nie einer denkt, aus dem Weg zu gehen, sollte man drei „Regeln“ beachten. Zum einen geht es dabei um eventuell anfallende Kosten … und ich rede hier nicht an Nutzungskosten von YouNow … Zum anderen geht es hier wirklich darum, dass ihr einen unangenehmen Gerichtstermin verhindern könnt. Dabei schützen diese Regeln nicht nur euch selbst, sondern auch ggf. andere.

1. Gebt nicht eure intimsten Daten preis

Dazu gehören z.B. Telefonnummer, Wohnort, Name, etc. Allgemein kann nämlich jeder diese Daten auslesen und ich beziehe mich jetzt nicht auf dieses 40-jahre-alter-Mann-vergewaltigt-Mädchen-Klischee, sondern es geht wirklich z.T. um Stalker oder auch Geheimdienste … ja ja, ist fast das selbe … egal …

2. Filmt nur die Leute, die es wollen

Für die, die es nicht wissen: In Europa gilt das Recht der informationellen Selbstbestimmung (Art. 8, Abs. 1 der Charta der europäischen Grundrechte: „(1) Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten.“), was so viel heißt wie: „Wenn du mich filmst und ich will das nicht, verklage ich dich“. Natürlich macht das kein normaler Mensch, aber im Prinzip kann man das so machen.

Deswegen sollte man auch tierisch darauf aufpassen, dass man nicht in der Schule filmt, da das bis zum Schulverweis führen kann.

3. Keine Musik im Hintergrund – das könnte teuer werden

Wer kennt sie nicht: Die GEMA. Ja, sie möchte halt nur unser bestes … unser Geld. Egal ob Disko, Bar, öffentliche Facebook-Party oder YouNow: Wer Musik abspielt muss zahlen, ansonsten wird es richtig teuer. Der Minimalsatz liegt dabei bei 116,10€ Brutto (eine Stunde streaming bei bis zu 10.000 Zuschauern). Wer also für eine Stunde lang bei YouNow streamt und dabei irgendeine Musik im Hintergrund laufen lässt, darf schon mal ordentlich in die Tasche greifen. Wenn man tatsächlich erwischt wird, kann dieser Betrag allerdings um einiges höher ausfallen …

Wer diese drei regeln beachtet, sollte YouNow relativ sicher nutzen können.

Interessante Nutzermeinungen

Bei meinen Recherchen wollte ich natürlich auch gerne die Meinung der Community wissen und habe einige Nutzermeinungen von Google Play Store gesammelt:

Positive Meinungen:
  • „Megaa!! Richtig gute Idee, hab kaum Zeit für was Anderes, da ständig irgendein YouTuber streamt ;D“ (von Janine V.)
  • Großartig 🙂 Selten war es einfacher, Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Ich finde das klasse! “ (von EPunkt HPunkt)
Negative Meinungen:
  • „Diese app ist eine größere volksverdummung als das nachmittags Programm bei rtl… und das soll schon was heißen.“ (von Daniel K.)
  • ARMES DEUTSCHLAND Das ist das hohlste was es momentan gibt auf dem Markt.“ (von Franziska M.)

Statement

(eigene Meinung)
Ich muss gestehen, dass ich die App selbst (noch) nicht ausprobiert habe, einfach aus dem Grund, da ich kein Fan von solchen Dingen bin und die Benutzung für – mehr oder weniger – sinnlos halte!
Der Grundgedanke von YouNow, Künstler zu vernetzen, finde ich gut. Im Laufe der Zeit ist das ganze jedoch etwas … ausgeufert und die mangelhafte Umsetzung des Jugendschutzes finde ich eine Sauerei! Unerfahrene Jugendliche werden hier in ein Paradies für Perverse und Pädophile gesteckt – unglaublich!
Zudem sieht man hier sehr deutlich, dass die „Jugend von heute“ nicht wirklich Ahnung von solch mächtigen Plattformen hat.

Was den Umgang mit sensiblen Daten angeht, so würde es mich nicht wundern, wenn YouNow von sämtlichen Geheimdiensten finanziell „unterstützt“ wird …

Mehr Infos:

LeFloid „Seid nicht dumm auf YouNow! Lecker Mutanten & Totalüberwachung„: https://www.youtube.com/watch?v=La68NIQYTP4
ZDF „YouNow und der Blick ins Kinderzimmer“: http://youtu.be/BLq-RIFQyPI?t=49s
Heise Artikel über YouNow: heise.de/security/meldung/YouNow-Online-Striptease-…
Google-Trend: Anzahl Suchanfragen seit 2004: http://www.google.com/trends/explore#q=YouNow&cmpt=q&tz=

 

Update vom 15.02.2015:

YouNow hat auf die Frage (E-Mail gesendet am 09.02.2015), wie sie die Anzahl an Kinderpornographischem Material verringern möchten bis heute (15.02.2015) nicht geantwortet.

Update vom 24.03.2015:

Heute kam endlich die Rückmeldung auf meine Mail vom 09.02., nicht gerade schnell, aber immer hin.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

2 Kommentare

  1. Pingback: Endlich eine Rückmeldung vom YouNow-Support - [curi0sity]

  2. Pingback: Kaspersky: Jungen Leuten ist Privatsphäre egal - [curi0sity]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.