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Landesverrat: Ermittlungen gegen Autoren von netzpolitik.org

Verfassungsschutz ermittelt gegen netzpolitik.org

Es wird nun gegen zwei Autoren von netzpolitik.org ermittelt, was das Recht auf Pressefreiheit verletzt.

Wenn man das Wort Landesverrat hört, denkt man zunächst an geheime Agenten, die für den Feind arbeiten oder vielleicht auch Deserteure, doch nun stehen zwei Autoren von netzpolitik.org im Visier des Verfassungsschutzes. Die beiden Redakteure Markus Beckedhal (Gründer und Redakteur) und Andre Meister (Redakteur) sind Netzaktivisten und Autoren auf netzpolitik.org, gegen die nun wegen Landesverrats ermittelt wird.

Laut dem BfV (Bundesamt für Verfassungsschutz) verstoßen zwei Artikel auf netzpolitik.org, die brisante Informationen gegen den BfV beinhalten, gegen § 94 Abs. 1 Nr. 2, § 25 Abs. 2 und § 53 des StGB. Wie wir alle natürlich wissen heißt das so viel wie: „Geheime Infos, die ‚eine fremde Macht‘ begünstigen wurden veröffentlicht, alle Beteiligten sind Mittäter und alle werden bestraft“.

Die fremde Macht

In $ 94 Abs. 2 – wonach ja die beiden Autoren von netzpolitik.org schuldig sind – beschreibt eine fremde Macht, die durch die Veröffentlichungen begünstigt worden sein soll.

Es begeht Landesverrat, „wer ein Staatsgeheimnis […] öffentlich bekanntmacht, um die Bundesrepublik Deutschland zu benachteiligen oder eine fremde Macht zu begünstigen […]“

Wer nun die beiden Artikel (über die Massenauswertung von Internetinhalten und der geheimen Referatsgruppe zur Ausweitung der Internet-Überwachung) liest, wird schnell feststellen, dass diese fremde Macht, von der die Rede ist, in diesem Fall das Volk selbst ist. (mehr …)

Senseless WiFI Sense-Funktion

Microsoft möchte per WiFi-Sense W-LAN Passwörter zentral speichern und automatisch an Freunde verteilen.

Microsoft möchte per WiFi Sense W-LAN Passwörter zentral speichern und automatisch an Freunde verteilen.

In der heutigen Welt geht nichts mehr ohne WLAN. Selbst Kühlschränke können mittlerweile im Internet surfen oder mit Smart Devices kommunizieren – Wozu auch immer mein Kühlschrank meine Browser History braucht.
Doch wie wichtig ist uns dieses WLAN?

Es ist klar, dass wir gerne Internet-Zugriff haben. Und es stört uns auch nicht weiter, unsere Freunde in unser Netzwerk zu lassen. Aber ist das, was Microsoft tut, eine gute Idee?

Was tut Microsoft denn eigentlich jetzt schon wieder?

Microsoft tut WiFi Sense.

WiFi Sense verschickt euer WLAN-Passwort über eine verschlüsselte Verbindung an alle Geräte, die einem eurer Outlook (Hotmail)- oder Skype-Kontakte gehören. Bei Bedarf ist auch Facebook drin.
Kommt also ein Kollege für ein Projekt zu Besuch, und ihr habt auf Outlook seine E-Mail-Adresse gespeichert oder ihn auf Facebook als Freund gelistet, muss er nicht mal fragen – Microsoft lässt ihn in euer WLAN.

Microsoft behauptet zwar, niemand könne das Passwort als Klartext sehen, und es werde über eine verschlüsselte Verbindung gesendet. Aber sie sagen auch, dass es (verschlüsselt) auf einem Microsoft-Server gespeichert wird. Wer hat den Decryption-Key? Microsoft. Wer hat den physischen Zugang zum Server? Microsoft. Wer sammelt WLAN-Schlüssel für die NSA? Micro… na gut, das sei mal dahin gestellt.

Wie sinnvoll ist WiFi Sense jetzt?

Tatsache ist jedoch, dass WiFi Sense vielleicht im privaten Kreis Sinn macht, im geschäftlichen Kreis jedoch vollkommen senseless ist.

Folgendes Szenario: Ein Dell-Mitarbeiter und ein IBM-Mitarbeiter treffen sich in der Bar. Klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes… Also, sie sitzen da in der Bar. Trinken, meckern über ihre Frau, beschweren sich über ihren faulen Sohn und ihre rebellische Tochter, trinken das ein oder andere Bier zusammen.
Nächste Woche treffen sie sich zufällig wieder. Die Woche darauf treffen sie sich geplant. Sie fügen sich gegenseitig als Facebook-Freunde hinzu.
BÄM! Der Industriespion von IBM hat gewonnen. Fährt bei Dell ins Parkhaus, und WiFi Sense erkennt ihn als Freund, lässt ihn ins WLAN, wo er Dinge tun kann.

Panik?!

WiFi Sense ist per Default aktiviert auf allen Windows 10-Geräten. Wenn man sein Netzwerk absichern will, muss man an die Netzwerk-ID den Suffix „optout“ hängen – „mynetwork“ wird zu „mynetwork_optout“. Setzt man den Google-Faktor hinzu, würde das Netzwerk dann „mynetwork_optout_nomap“ heißen.

Wenn diese Suffices nicht langsam nützlich werden, wird das echt nervig. Wie wäre es denn mit „mynetwork_givepizza“ und jeden Freitagabend kommt ein Mensch vorbei und drückt dir ne kostenlose, frische Pizza in die Hand.

Mail Verschlüsselung: PGP immer noch wenig genutzt

Mail Verschlüsselung mit PGP und GnuPG immer noch wenig verbreitet.

PGP und GnuPG sind immer noch recht wenig verbreitet.

Trotz des NSA Skandals, diverser Leaks und Systemeinbrüche, die durch mangelhafter oder gar keiner E-Mail Verschlüsselung verursacht wurden und werden, ist eine sichere Mail Verschlüsselung mittelt PGP kaum verbreitet.

Was der genaue Grund dafür ist, ist kaum bekannt, doch scheint das Interesse und Wissen über die Mail Verschlüsslung bei der Bevölkerung kaum vorhanden zu sein.

Mail Verschlüsselung kaum verbreitet

Auf den SKS-Keyservern (sks-keyservers.net) sind die meisten weltweit öffentlichen PGP-Schlüssel registriert, jedoch sind dies gerade mal 4 Millionen Stück. Gemessen an der weltweiten Anzahl an Mail Adressen (ca. 4,5 Mrd.) macht diese Anzahl weniger als 0,1% aus, was für einen sicheren Mail-Verkehr einfach viel zu wenig ist.

Erfreulicherweise ist die Anzahl an täglich registrierten PGP-Keys seit den Snowden Enthüllungen im Juni 2013 etwas gestiegen (s. Bild unten), was sich natürlich positiv auf die Sicherheit auswirkt. Dennoch ist die Anzahl der täglich registrierten Keys mit ca. 930 bis 940 zu gering als das dadurch das Maß an Sicherheit signifikant steigt. (mehr …)

Kaspersky: Jungen Leuten ist Privatsphäre egal

Laut Kaspersky ist vielen jungen Leuten ihre Privatsphäre egal.

Viele junge Leute sei Privatsphäre egal, so Kaspersky. Quelle: http://1.1.1.4/bmi/pixabay.com/static/uploads/photo/2013/02/20/11/12/town-sign-83730_640.jpg

In einem wirklich interessanten Interview mit Eugene Kaspersky bin ich auf folgende Aussage gestoßen:

„Für die junge Generation existiert sie [Privatsphäre] nicht mehr, nein. […] Meiner Generation ist Privatsphäre allerdings wichtig.“ – Eugene Kaspersky.

Kritisch äußerte sich Kaspersky in dem Interview gegenüber der Einstellung junger Leute zum Thema Privatsphäre. Seiner Generation sei jedoch die Privatsphäre wichtig.

Auf die Frage wie Unternehmen, die von der jetzigen jungen Generation geführt werden, in Zukunft aussehen werden, hatte Kaspersky keine Antwort, da die „digital natives“-Genration (also die Generation der jetzigen „jungen Leute“), anders denke.

Statement

(eigene Meinung)
Generell muss ich Kaspersky (leider) recht geben: Der heutigen Jugend ist die Privatsphäre – mehr oder weniger – egal. Man schaue sich nur mal die Plattform YouNow an.

Jedoch kann man das – finde ich – nicht generalisieren. Man muss bedenken, dass (IT-)Unternehmen nicht von irgendwelchen Menschen geleitet und beraten werden. In 10 oder 20 Jahren sind zwar Menschen der jetzigen jungen Generation in leitenden und beratenden Positionen, jedoch haben die im allgemeinen Informatik (oder etwas ähnliches) studiert und sind sich der Lage durchaus bewusst.

Auch denke ich nicht, dass „seine“ Generation sich im allgemeinen den Risiken im Bereich Privatsphäre bewusst ist. Wenn man sich da die „Reaktion“ (bzw. nicht-Reaktion) der deutschen Bevölkerung zum NSA-Skandal anschaut … da wird mir Angst und Bange.

GnuPG: Finanzlage gesichert

Die finanzielle Lage von GnuPG ist endlich sicher.

Die finanzielle Lage von GnuPG ist endlich sicher.

Wer seine Mails verschlüsselt, greift in den meisten Fällen auf das Verschlüsselungssystem GnuPG zurück, doch die Finanzlage von GnuPG ist schwierig. Dies liegt daran, dass es, wie so vieles andere auch, kostenlos und Open-Source (jeder kann sich den Quellcode runterladen).

GnuPG wird nur über Spenden finanziert

Da man also mit GnuPG – da kostenlos – kein Geld verdienen kann, muss der einzige Entwickler (Werner Koch) auf Spenden zurückgreifen.

Nach dem Koch bereits 2013 fast aufgegeben hätte (die Snoweden-Enthüllungen haben ihn dazu motiviert weiter zu machen), war die finanzielle Lage schwierig und eine Spendenaktion scheiterte mehr oder weniger.

Facebook und Linux-Foundation greifen ein

Als Werner Koch dann einen Artikel über seine finanzielle Lage veröffentlichte, kündigten sowohl Facebook, als auch die Linux-Foundation an ihn mit insgesamt 110.000$ pro Jahr zu unterstützen.

Das wohl am weitesten verbreitetste Tool für die Mail Verschlüsselung ist damit gerettet.